Aachener Zeitung vom 05.10.2005

Lokales Düren

" Die ärmel hochkrempeln und anpacken "

Die Bereitschaft Kreuzau des Deutschen Roten Kreuzes wird 75. Kreisverband ehrt Therese Arndt mit der neuen Verdienstmedaille.

Kreuzau. Die Helfer feierten und wurden gefeiert: Die Bereitschaft Kreuzau des Deutschen Roten Kreuzes besteht nämlich seit 75 Jahren. Beim Festabend zum Jubiläum wurde aber nicht nur die Bereitschaft, sondern ganz besonders eine Frau geehrt, die fast vom ersten Tag an dem DRK in Kreuzau angehört: Therese Arndt trat am 1. Mai 1931 in die damalige "Sanitätskolonne Kreuzau" ein, ist also seit 74 Jahren DRK-Mitglied.

"Sie war maßgeblich am Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligt", würdigte Bereitschaftsführer Marcus Esser die Verdienste, die sich Therese Arndt als Ausbilderin und Bereitschaftsführerin der früheren Frauenbereitschaft um das DRK erwarb. Dessen Kreisverbandsvorsitzender Johannes Geismann zeichnete Therese Arndt mit der neu geschaffenen Verdienstmedaille des Kreisverbandes aus, deren erste Trägerin sie nun ist.

Die Anregung zur Gründung einer Sanitätskolonne gab im Jahr 1930 der damalige Kreuzauer Amtsbürgermeister Wilhelm Hoffmann. Erster Kolonnenführer war Sanitätsfeldwebel Wilhelm Proenen. In den Unterlagen der DRK Bereitschaft befindet sich das Gründungsprotokoll.

1934 schloss sich die Sanitätskolonne Drove den Kreuzauern an, und da inzwischen auch die Talsperre Obermaubach fertig gestellt war, gehörte zu den Aufgaben der Kolonne auch die Wasserrettung mit einem eigens bereit gestellten Boot.

In seinem Exkurs durch die Geschichte des DRK in Kreuzau erinnerte Bereitschaftsführer Marcus Esser an den Zusammenschluss mit dem "Vaterländischen Frauenverein" und dem schwierigen Wiederaufbau der Bereitschaft nach dem Krieg. Wieder war Wilhelm Proenen am Neuaufbau der örtlichen Gruppe ganz maßgeblich beteiligt.

"Es ist eine wechselhafte Geschichte mit Höhen und Tiefen", so Marcus Esser, unter dessen Führung heute der Bereitschaft 15 aktive Mitglieder angehören. Sie betreuen jährlich acht Blutspendetermine und sind im DRK-Kreisverband in der Einsatzeinheit III mit der Bereitschaft Düren und dem Fernmeldezug zusammen geschlossen.

Derzeit, so Esser, ist die Stagnation in der Jugendarbeit das größte Problem. Es fehlt ein engagierter Gruppenleiter.

Namens der Gemeinde Kreuzau würdigte die stellvertretende Bürgermeisterin Elisabeth Pütz das DRK-Engagement. "Leider ist Helfen nicht mehr selbstverständlich", bedauerte sie und betonte, dass die Rotkreuz Helfer aus der Gemeinde nicht mehr wegzudenken seien und eine intensive Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und den Vereinen pflegen.

Kreisvorsitzender Johannes Geismann sah Zusammenhänge zwischen den Problemen der Gründungszeit und heute: "Da heißt es, die ärmel hochkrempeln und anpacken , denn das örtliche DRK ist Teil einer weltweiten Bewegung von Menschen, die helfen wollen". (sps)..