Chronik der DRK – Bereitschaft Kreuzau

Im Jahre 1930 gab der damalige Amtsbürgermeister Wilhelm Hoffmann den Anstoß auch in Kreuzau eine Sanitätskolonne zu gründen. Der Sanitätsfeldwebel und spätere Kolonnenführer Wilhelm Proenen veranlasste zu diesem Zweck eine erste Zusammenkunft im Lokal Knipprath.

 Der Kreismedizinalrat Dr. Hübinger übernahm die Ausbildung der Sanitätskolonne. In den folgenden Jahren wuchs in Kreuzau die personell best besetzte und best ausgerüstete Sanitätskolonne des Kreises Düren heran. Die theoretische und praktische Ausbildung, die durch Übungen z. B. im Fabrikgelände der Firma Philipp Strepp in Kreuzau sowie durch Lehrgänge an den Technischen Hochschulen Aachen, Kohlscheid und Hoffnungsthal durchgeführt wurde, hatte ein hohes Niveau.


Wilhelm Prönen
Gründer und 1. Bereitschaftsführer


Die Gründer der Bereitschaft Kreuzau
Matthias Bolden (Winden), Josef Hemmes (Kreuzau), Hubert Dahmen (Winden),
Peter Dahmen (Winden), Matthias Thiessen (Winden), Christian Heidbüchel (Winden),
Willhelm Schumacher (Winden),

In zwischen war die Talsperre in Obermaubach gebaut worden und der Rettungsdienst auch zu Wasser wurde dringlich. Zu diesem Zweck erhielt die Kolonne vom Kreisverband Düren ein Motorboot, das leider mehrfach eingesetzt werden musste.

Im Jahre 1934 schloss sich den Helfern aus Kreuzau die 1926 gegründete Sanitätskolonne Drove an. Ihr praktisches Können konnten die Helfer bei einem tragischen Busunglück in Thum unter Beweis stellen.

Die inzwischen begonnene Motorisierung des Verkehrs führte zu häufigen Unfällen, so dass ein all Sonntäglicher Straßenwachdienst auf der Ecke Brings, der jährlich 900 Einsätze zu verzeichnen hatte, von Nöten war.

Der 1939 begonnene Krieg stellte an die Zurückgebliebenen doppelte Anforderungen. Neben der vermehrten Arbeit in den Betrieben mussten die Helfer vor allem beim allnächtlichen Fliegeralarm Dienst tun und Hilfe zu leisten. Der allgemeine Zusammenbruch bedeutete auch das Ende der seit 1937 in Bereitschaft Düren IV Süd umbenannten Kolonne. Von einer Wieder Gründung der einst so hervorragend ausgebildeten Bereitschaft, von einem Planmäßigen Aufbau und einer Organisation konnte direkt nach dem Krieg noch nicht gesprochen werden. Die Interesselosigkeit an Gemeinschaftsaufgaben, die Auswirkungen der Militärverordnungen und Fragebogenaktionen, nicht zuletzt die politische Lage schlechthin erschwerte den organisatorischen Aufbau und machten ihn fast unmöglich.
   

Durch den DRK - Kreisverband, der sich inzwischen wieder gebildet hatte, angeregt, gelang es dem früheren Bereitschaftsführer, Herrn Wilhelm Proenen, dem Rotkreuzgedanken im Amtsbezirk Leben, Gestalt und Richtung zu geben und viele alte Mitglieder wieder zu gewinnen. Beim Zusammenschluss mit dem im Februar 1930 gegründeten Vaterländischen Frauenverein, Zweigverein Kreuzau - Winden, konnten nach dem II.Weltkrieg nur noch 6 von ehemals 28 Helferinnen übernommen werden. Die Führung der Gruppe hatte bis


Die Bereitschaft nach dem Krieg
1940 Frau Elly Vollmer übernommen. Beim Zusammenschluss übernahm Frau Arndt die Aufgabe der Bereitschaftsführerin der weiblichen Mitglieder. Im besonderen Maße waren an der Aufbauarbeit nach dem II. Weltkrieg Herr Proenen, Fräulein Rosa Schubert, Frau Arndt, Herr Kaptain, Herr Lubberich, Herr Rudolf und Fräulein Anna Kaptain beteiligt.
 

Am 29.07.1950 erfolgte die Angliederung an den Kreisverband Düren. Den Vorsitz der Bereitschaft übertrug man Herrn Amtsdirektor Küpper, die Ausbildung Herrn Kaptain und Frau Arndt und die Betreuung der Mitglieder übernahm Herr Lubberich. Als Bereitschaftsarzt stellte sich Herr Dr. Pennarzt zur Verfügung. Im Jahre 1953 wurden in enger Zusammenarbeit mit der Schwesternorganisation und der freiwilligen Amtfeuerwehr Kreuzau mehrere größere Schauübungen durchgeführt.


Schauübung vom 16.06.1958
Im Jahre 1956 übernahm Herr Lubberich die Aufgabe der Führung der männlichen Bereitschaft, Frau Arndt war weiterhin Bereitschaftsführerin der weiblichen Bereitschaft und behielt dieses Amt bis 1970 bei. Herr Klein, der stellvertretende Bereitschaftsführer, und Frau Arndt übernahmen die Ausbildung der Bereitschaft. Um die erarbeiteten theoretischen Kenntnisse praktisch zu erproben fand am 16.06.1958 eine Schauübung auf dem Trümmergrundstück der Firma Lüttgen statt, bei der auch die Amtfeuerwehr Kreuzau mitwirkte. Die 50 Helferinnen und Helfer der Bereitschaft wurden alarmiert, um unter der Führung des Bereitschaftsarztes Dr. Pennartz Erste Hilfe zu leisten, da im Firmengelände eine Explosion einer alten Bombe stattgefunden hatte.
   

Beim Flugtag auf dem Flugplatz Nörvenich am 20.07.1959, zu dem die Bereitschaften des Kreises Düren zur Betreuung der anwesenden Zuschauer angefordert waren, wurde erneut bei einem tragischen Flugzeugabsturz die Einsatzfähigkeit der Helfer unter Beweis gestellt. Auch war die Bereitschaft Kreuzau mit einigen Helfern und Helferinnen bei der Heilig – Rock - Wallfahrt in Trier am 06.09.1959 beteiligt. Insgesamt nahmen bis zum 11.09.1959, 6 Millionen Pilger an der Wallfahrt teil. Rund 1900 Helfer waren im Einsatz um insgesamt 10500 Mal Hilfe zu leisten. Die Kreuzauer Helfer übernahmen die Wundversorgung und die Tropfen Tablettenausgabe.

An ständigen Aufgagen hat die Bereitschaft Kreuzau bei Kindertransporten seit dem Ende des II. Weltkrieges, teilgenommen. Auch wurden die Krankenpflegetermine, die heute von einer Gemeindeschwester wahrgenommen werden, von weiblichen Mitgliedern der Bereitschaft Kreuzau übernommen. Ebenso waren Kreuzauer Helfer bei den jährlichen Impfterminen zugegen. Nach 1960 übernahmen sie die Betreuung von Flüchtlingen aus den Ostprovinzen.

Durch den steigenden Erholungswert der Eifel, der einem besonders starken Wochenendverkehr mit sich brachte, wurde die Einführung eines Eifeldienstes mit einem ständig zur Verfügung stehenden Rettungsfahrzeug von Nöten. In den Jahren 1954 bis 1968 war der Standort in der alten Polizeistation Kreuzau. 1958 wurde er nach Nideggen und 1973 weiter nach Schmidt verlegt.

Ab 1956 wurden regelmäßige Blutspendetermine der Frauenbereitschaft in den Betrieben selbständig durchgeführt. Die Organisation der Termine wurde später von der Blutspendezentrale Düsseldorf - Breitscheid übernommen. Seit 1962 führte Herr Klein alljährlich Erste – Hilfe - Kurse für die Bevölkerung und die Bereitschaft durch.

1965 wurde der Bereitschaft Kreuzau vom Katastrophenschutz ein VW – Bus bereitgestellt. 1967 wurde er jedoch bei der Fertigstellung der Großgarage in Düren wieder abgezogen.

Eine andere ständige Aufgabe war und ist auch heute noch die Betreuung von Sportveranstaltungen jeglicher Art. So zum Beispiel beim Turnfest Obermaubach, bei der die Helfer auch die Verpflegung der Teilnehmer und Zuschauer übernahmen. Herausragende sportliche Ereignisse waren zum Beispiel die Sanitätsdienstliche Betreuung bei Rennen auf dem Nürburgring und die Betreuung bei dem Internationalen Reitturnier in Aachen. Zu den neueren Aufgaben gehört ebenso die Betreuung und Verpflegung bei Behindertensportfesten. Auch zu einem der Großveranstaltungen gehört das bekannte alljährliche stattfindende Radrennen „Rund um Düren“.

Um auch Jugendliche für die Aufgaben des Roten Kreuzes zu gewinnen, entschloss man sich 1966 auch in Kreuzau in Jugendgruppe zu gründen, deren Mitglieder zum großen Teil aus den Erste – Hilfe - Kursen gewonnen werden konnten. Sie wirkten bei Übungen und Wettbewerben mit, wobei die Freizeitgestaltung jedoch einen dominierenden Platz einnahm.

1977 wirkte die Bereitschaft Kreuzau bei einer Ausstellung in der Festhalle Kreuzau mit, bei der auch das THW, die DLRG, der BVS und die Feuerwehr teilnahmen. Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehörte eine Fußgängerrallye die beim Publikum großen Anklang fand und bei der Kenntnisse im Katastrophenschutz und Selbstschutz an aufgestellten Objekten geprüft werden konnten. Die erbrachten Leistungen wurden mit vielen schönen Preisen gewürdigt

1978 wurde Herr Lubberich in seinem Amt als Bereitschaftsführer von Herrn Braun abgelöst.

1979 wurde auch wieder die Jugendarbeit aktiviert und die Idee der Schaffung einer Tanzgruppe verwirklicht. Diese Tanzgruppe fand bei der Bevölkerung einen großen Anklang.

Im Januar 1980 gelang es der Bereitschaftsführung nach 13 Jahren wieder in Kreuzau einen Krankenwagen zu stationieren, der für die vielfältigen Einsätze der Bereitschaft im Gemeindegebiet Kreuzau erforderlich wurde. Weiterhin ist es das Ziel der Helferinnen und Helfer breitere Schichten der Bevölkerung für die aktive, vielschichtige und interessante Arbeit zu interessieren.

Zur Verbesserung wurde aus einer zweckgebundenen Spende, erheblicher Eigenleistung der Bereitschaft, nämlich verzicht der Bereitschaftsmitglieder auf Auszahlung der Zehr- und Fahrgelder des Katastrophenschutzes und einer Zugabe des Kreisverbandes Düren ein Manschaftstransportwagen Typ  Nissan Urvan angeschafft. Dieses Fahrzeug wurde eingesetzt für  Dienste der Bereitschaft, die Seniorenerholung des Kreisverbandes und als Zubringerfahrzeug für Kinderferienmaßnamen des Landesverbandes. Stellplatz dieses Fahrzeuges war die Garage neben  Spielwaren Geschäft Bank, dort erhielt auch der später stationierte BTW einen Platz.

1981 bemühte sich die Bereitschaftsleitung eine Katastrophenschutz Einheit in Kreuzau zu etablieren da die Bereitschaft Kreuzau zu diesem Zeitpunkt personell sehr stark war. Es endete damit das die Bereitschaft aufgeteilt wurde zu einem stellte sie Personal in der Verletztentransportgruppe in der Hilfszugabteilung, und ein Teil der Bereitschaft zählte dann zum 2. Sanitätszug der in Birkesdorf stationiert war. Hierzu wurde neben dem Krankenwagen, der seinen Stellplatz am Sägewerk in Kreuzau hatte, ein Großraumkrankenwagen stationiert der seinen Stellplatz in Untermaubach in einer Garage der Volks- und Raiffeisenbank erhielt.

1982 wurde der Behindertenfahrdienst mit einem Fahrzeug nach Kreuzau ausgelagert und ehrenamtlich besetzt, dazu wurde in der Unterkunft am Windener Weg in der Hans Hoesch Stiftung ein Büro eingerichtet in dem zwei Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sowie später ein Zivildienstleistender ihren Dienst verrichteten. Hier konnten auch ältere Mitbürger den Mahlzeitendienst Essen auf Rädern der auch ehrenamtlich von der Bereitschaft durchgeführt wurde bestellen.

1983 wurde dann auf dem Papier die Standortbereitschaft als Katastrophenschutzeinheit in Kreuzau stationiert um die nach Katastrophenschutzgesetz freigestellten Helfern eine Heimat zu geben.

1985 ergab es sich das eine Halle in der Eifelstrasse angemietet werden konnte, in der die Fahrzeuge dann zentral und nicht mehr über das Gemeindegebiet verteilt waren. Auch die Fahrzeuge wurden ausgetauscht so kam für den Katastrophenschutz Krankenwagen Ford Transit ein Krankenwagen VW T2, der Großraumkrankenwagen wurde als Materialtransportfahrzeug durch einen LKW DB 911 ersetzt. Diese Fahrzeuge wurden von der Bereitschaftspolizei übernommen. Um die Halle in Kreuzau auszulasten wurden die Fahrzeuge des Fernmeldezuges dort auch noch untergestellt.

Die Bereitschaft war neben ihren Aufgaben im Katastrophenschutz, Blutspendedienst sehr aktiv bei Sanitätsdiensten und führte einige Jahre Zeltlager mit körperlich und geistig behinderten Schülern der Christophorus-Schule in Heimbach – Hasenfeld durch. Bei größeren Einsätzen der Gemeinde Feuerwehr wurde die Verpflegung der Einsatzkräfte übernommen.

Im August 1990 wurde Stefan Klein als Nachfolger von Helmuth Braun als Bereitschaftsleiter gewählt.

Im Oktober 1994 löste Marcus Esser, Stefan Klein als Bereitschaftsleiter ab.

1996 wurde der Krankenwagen durch ein neueres Fahrzeug ersetzt.

1997 trat die Gemeinde Kreuzau an die Bereitschaft heran weil sie die Räumlichkeiten in der Hans Hoesch Stiftung für einen Kindergarten benötigte, bot aber als Ausgleich die alte Schule in Untermaubach an, die  total renovierungsbedürftig war. Dies gestaltete sich jedoch sehr schwierig da mittlerweile die Mitgliederzahl der Bereitschaft aus den verschiedensten Gründen stark gesunken war, man sich jedoch der Aufgabe stellte. Als dann 1998 die Finanzielle Lage beim Kreisverband sich massiv zuspitzte bis hin zur Insolvenz musste der Baustopp verhängt werden.

In dieser Zeit wurde die Fahrzeughalle Eifelstrasse aufgegeben und eine Halle in Untermaubach angemietet um den stark reduzierten Fuhrpark aufzunehmen. Im Jahr 2000 wurde der Lkw außer Dienst gestellt dafür kam ein Gespann für den Betreuungsdienst, dieses Gespann war auch mit bei dem Elbhochwasser in Stendal im Einsatz. Aufgrund der Finanziellen Lage wurde einige Zeit später der Krankenwagen ersatzlos abgezogen, was die Einbindung in die Alarm- und Ausrückeordnung der FFW Kreuzau erschwert, da nun das Fahrzeug im Einsatzfalle aus Düren geholt werden muß.

Anfang 2003 erhielt die Bereitschaft die Möglichkeit wieder nach Kreuzau zurückzukehren und fand die neue Unterkunft in der alten Vikarie Teichstrasse 9. Nach dem dann die Fahrzeughalle in Untermaubach aufgegeben wurde hatte man ein Problem das Gespann unterzubringen, für eine Übergangszeit wurde der Anhänger in Düren auf dem Gelände des Kreisverbandes geparkt und für den Wagen eine Garageneinfahrt zur Verfügung gestellt um die Mobilität und Einsatzfähigkeit der Bereitschaft zu gewährleisten. Diese Übergangszeit dauerte dann 15 Monate bis eine Garage gefunden war in der das Fahrzeug aber auch nur das Fahrzeug unterkam, der Anhänger steht mittlerweile wieder in Kreuzau aber auf einem öffentlichen Parkplatz.

Die Bereitschaft besteht zurzeit aus 15 aktiven Mitgliedern, sie betreut 8 Blutspendetermine und arbeitet in der  Einsatzeinheit 3 mit der Bereitschaft Düren und dem Fernmeldezug zusammen. Die Einsatzeinheit hat in dieses Jahr schon einige Einsätze mit der Feuerwehr Kreuzau und Düren durchgeführt.

Zurzeit liegt die Jugendarbeit brach weil ein geeigneter Gruppenleiter fehlt und die Bereitschaft dies nicht kompensieren kann.

Die Jugendarbeit der Bereitschaft Kreuzau wurde am 01.03.2007 wieder aufgenommen. Die Leitung der Gruppe hat Michael Jöpen übernommen und wird mit seiner Arbeit das JRK wieder voran treiben.